In der von Wäldern, Höhenzügen und dem Wasser der Talsperre Malter geprägten Landschaft des Osterzgebirges liegt dieser private Garten als stiller Rückzugsort. Die Topografie gab ihm seine Richtung. Aus dem geneigten Grundstück entstand eine ruhige Folge aus Terrassen, Mauern und bepflanzten Ebenen, die den Blick führt und unterschiedliche Orte des Aufenthalts schafft.
In zwei Phasen aus dem Bestand heraus weiterentwickelt, verbindet der Garten heute Schutz und Offenheit, architektonische Klarheit und üppige Vegetation – heller, ruhiger und zugleich lebendiger als zuvor.
Aus dem Bestand weitergedacht
Der Garten sollte nicht vollständig neu entstehen. Gewachsene Gehölze, vertraute Blickbeziehungen und vorhandene Nutzungsbereiche bildeten vielmehr den Ausgangspunkt der Planung. Gleichzeitig wünschten sich die Bauherren eine klarere, aufgeräumtere Gestaltung, eine reduzierte Materialpalette und mehr Qualität für den Aufenthalt im Freien.
Notwendige bauliche Erneuerungen eröffneten die Möglichkeit, die gesamte Anlage räumlich neu zu ordnen. Bestehende Fundamente und Travertinflächen konnten teilweise erhalten und in die neue Gestaltung einbezogen werden. So blieb die Geschichte des Gartens lesbar, während seine ursprünglichen Strukturen eine präzisere und dauerhaft tragfähige Form erhielten.
Terrassen als räumliches Rückgrat
Helle Travertinmauern übersetzen das Gefälle in klar gefasste Gartenebenen. Sie verbinden Terrasse, Pool, Pergola und Pflanzflächen zu einer zusammenhängenden Raumfolge, die sich beim Durchschreiten immer wieder verändert.
Offene Bereiche am Wasser wechseln mit geschützteren Orten entlang der bepflanzten Mauern und unter den Gehölzen. Die Terrassierung gibt dem Garten Ruhe und Orientierung, ohne ihn starr erscheinen zu lassen. Aus früheren Böschungen entstanden dauerhaft nutzbare Pflanzflächen und neue Orte zum Sitzen, Schauen und Begegnen.
In die langgestreckten Mauern integrierte Sitzflächen führen die horizontale Ordnung fort. Ihre fein gegliederte Verkleidung aus Teakholz setzt dem hellen Stein eine warme, sinnliche Materialität entgegen und lässt bauliche Struktur und Gartenmöbel miteinander verschmelzen.
Wasser als ruhige Mitte
Der bestehende Pool wurde selbstverständlich in die neue Komposition eingebunden. Auf eine optisch abgesetzte Poolrandplatte wurde bewusst verzichtet. Der Travertinbelag reicht bis an das Wasser und lässt Terrasse und Pool zu einer ruhigen Einheit werden.
Die Wasserfläche nimmt Himmel, Licht und Vegetation auf und verleiht dem Garten zusätzliche Tiefe. Sie steht nicht als einzelnes Ausstattungsmerkmal im Mittelpunkt, sondern verbindet die verschiedenen Ebenen und Blickrichtungen miteinander.
Klare Architektur, üppige Pflanzung
Die Pflanzung bildet den bewusst lebendigen Gegenpol zu den geradlinigen Mauern. Rosen, Hortensien, Stauden und Gräser begleiten die Ebenen mit Blüte, Struktur und Bewegung. Mit zunehmender Entwicklung greifen sie über die klaren Kanten hinaus und lassen Architektur und Vegetation immer enger zusammenwachsen.
Zwei Hainbuchen als Windflüchter bilden über einem Aufenthaltsbereich einen außergewöhnlichen, lebenden Sonnenschutz. Ihre Kronen filtern das Licht und schaffen eine natürliche Raumdecke, die sich mit den Jahreszeiten verändert.
Ein mehrstämmiger Eisenholzbaum setzt einen freien, skulpturalen Akzent. Auch die vorhandenen Bonsai wurden bewusst erhöht inszeniert und zu markanten Blickpunkten innerhalb der terrassierten Anlage. Eiben und Hecken geben dem Garten dauerhaft Struktur und bewahren seine räumliche Ordnung auch im Winter.
Ein Garten zwischen Bestand und Wandel
Die besondere Qualität des Gartens liegt im Zusammenspiel seiner Gegensätze: heller Stein und warmes Teakholz, klare Linien und üppige Blüte, offene Wasserfläche und geschützte Rückzugsorte.
Der Bestand wurde dabei nicht überformt, sondern behutsam weitergeführt. Prägende Gehölze und vorhandene Materialien verbinden die beiden Entstehungsphasen, während neue Pflanzungen und Aufenthaltsbereiche dem Garten eine andere Leichtigkeit verleihen.
So entstand ein Ort, der seine Geschichte bewahrt und dennoch offen für Veränderung bleibt. Seine architektonische Ordnung gibt ihm Ruhe; Licht, Wasser und Vegetation lassen ihn immer wieder neu erscheinen.
„Die Besonderheit lag darin, den Bestand nativ weiterzuführen. Wenige Materialien, handverlesene Gehölze und die üppige Pflanzung im Kontrast zur klaren Architektur geben dem Garten seinen Charakter.“
Kira Preuße, Landschaftsarchitektin
Leistungen für diesen Privatgarten
- Landschaftsarchitektonische Entwicklung und Weiterentwicklung der gesamten Außenanlage in zwei Projektphasen
- Bestandsanalyse, Entwurf und Neugestaltung des Vorgartens
- Neuordnung und Terrassierung des geneigten Grundstücks
- Gestaltung von Poolumfeld, Pergola und Aufenthaltsbereichen
- Planung integrierter Sitzflächen mit Teakholzlamellen
- Materialkonzept mit Travertin, Teakholz und reduzierten Oberflächen
- Erhalt und Ergänzung bestehender Beläge und Mauerfundamente
- Auswahl und Inszenierung besonderer Solitärgehölze
- Entwicklung einer üppigen Rosen-, Hortensien-, Gräser- und Staudenpflanzung
- Ausführung der Garten- und Landschaftsbauarbeiten
- Pflanzung und Entwicklungspflege
Ihr Garten darf sich weiterentwickeln.
Ein bestehender Garten muss nicht vollständig neu angelegt werden, um eine neue Qualität zu gewinnen. Oft liegt seine Stärke bereits im Vorhandenen: in alten Gehölzen, gewachsenen Strukturen und Orten, die mit Erinnerungen verbunden sind.
perspektive.grün entwickelt private Gärten aus ihrer Architektur, Topografie und Geschichte heraus weiter – mit einer klaren Planung, hochwertigen Materialien, besonderer Pflanzenkenntnis und sorgfältiger handwerklicher Umsetzung.